Veränderung verkörpern - Warum noch eine Erkenntnis nichts verändert
- 22. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Inhalt:
Viele der Menschen, mit denen ich arbeite, sind klug, reflektiert und erfahren. Sie haben sich mit sich selbst beschäftigt, mit ihren Prägungen, Mustern und inneren Dynamiken. Sie können gut erklären, warum sie so sind, wie sie sind und wo noch der Hase im Pfeffer hängt.
Nicht selten höre ich Sätze wie: „Ich habe so viel gemacht.“ „Ich verstehe mich inzwischen gut.“ „Eigentlich weiß ich, worum es geht.“
Und gleichzeitig fehlt etwas.
Nicht nur in Stressmomenten, sondern grundsätzlich.
Veränderung findet statt – aber eher an der Oberfläche. Innerlich bleibt vieles unberührt.
Viel verstanden – und trotzdem hier
Viele haben 12.000 Dinge ausprobiert: Therapie, Coaching, Methoden, Formate. Manches war hilfreich, manches interessant, manches sogar bewegend.
Und trotzdem sitzen sie mir irgendwann gegenüber und sagen sinngemäß: „Ich weiß eigentlich viel. Aber es ist nicht wirklich in mir angekommen.“
Das ist kein persönliches Scheitern. Es ist ein Hinweis auf eine Grenze.
Erkenntnis ist nicht gleich Verkörperung. Veränderung verkörpern.
Noch eine Erkenntnis wird dich nicht verändern.
Nicht, weil Erkenntnisse wertlos wären, sondern weil sie allein nicht ausreichen.
Verstehen findet im Kopf statt. Veränderung, die trägt, braucht mehr.
Viele Prozesse bleiben kognitiv. Sie erzeugen Einsicht, manchmal auch Entlastung. Aber sie setzen sich nicht. Es entsteht kein innerer Halt, keine neue Selbstverständlichkeit, keine Verkörperung.
Man weiß etwas – aber man ist es nicht.
Manches muss nicht verstanden, sondern erfahren werden.
Dein Mindset hat dich hierher gebracht.
Es hat dir geholfen, Zusammenhänge zu erkennen, dich zu reflektieren, Dinge einzuordnen.
Und jetzt stößt es immer wieder an seine Grenze.
Denn es fehlt nicht noch ein besserer Gedanke.
Es fehlt Tiefe. Innere Verfügbarkeit. Ein wirkliches Andocken an das eigene Erleben.
Langsamkeit.
Solange Veränderung hauptsächlich gedacht wird, bleibt sie instabil. Sie kann überzeugend klingen und sich trotzdem innerlich leer anfühlen.
Warum es sich oft „nicht ganz echt“ anfühlt. Veränderung verkörpern.
Viele beschreiben es ähnlich: Man funktioniert. Man hat Einsichten. Man trifft bewusste Entscheidungen. Und dennoch bleibt das Gefühl, nicht wirklich da zu sein.
Nicht verbunden. Nicht verkörpert. Nicht in der Tiefe angekommen.
Das liegt nicht an mangelnder Bereitschaft fehlendem Willen oder Dummheit, sondern daran, dass ein wesentlicher Teil nicht erreicht wurde.
Dein Kopf, redet und du merkst es.
Dein Körper redet auch. Du merkst es nur nicht.
Das ist das Problem. Mehr ist es nicht.
Dein Körper weiß längst, was dein Kopf noch diskutiert.
Was fehlt, ist nicht mehr Wissen
Es fehlt kein weiteres Konzept, kein neues Tool, kein besserer Ansatz.
Es fehlt Integration.
Etwas, das nicht nur verstanden, sondern erfahren wird. Etwas, das sich im Inneren verankert. Etwas, das bleibt.
Wenn Veränderung wirklich tragen soll, dann muss sie dort ankommen, wo Erleben entsteht. Also nicht nur im Denken, sondern im gesamten System.
Wenn du viel ausprobiert hast, viel weißt und trotzdem spürst, dass du innerlich noch nicht wirklich angedockt bist, dann beschreibt dieser Text vermutlich ziemlich genau, wo du gerade stehst.
Ich arbeite da, wo Worte enden.






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